caracas

Caracas Superhuman

Titelcover nach Bitter/Weber

Dario Azzellini, Stephan Lanz, Kathrin Wildner (Hg.)

Caracas, sozialisierende Stadt.

Die „bolivarianische“ Metropole zwischen Selbstorganisation und Steuerung .

metroZones 12, b_books 2013

In der venezolanischen Hauptstadt Caracas finden gegenwärtig Transformationsprozesse statt, in denen die Gestaltung urbaner Räume eng mit dem Wandel gesellschaftlicher Strukturen verknüpft ist. Seit Ende der 1990er Jahre versuchte die „bolivarianische“ Regierung des Anfang 2013 gestorbenen Hugo Chávez in Kommunikation mit der Bevölkerung eine neue Stadtpolitik und -gestalt umzusetzen. Einst marginalisierte Bewohner_innen organisieren sich in Stadtteilräten, Nachbarschaftsversammlungen oder Medienkollektiven und werden zu Akteuren einer politischen, sozialen und kulturellen Transformation. Auf allen Ebenen gerät Selbstorganisation zu einem zentralen Moment der Produktion von Stadt. Diese Form einer partizipativen Demokratie lässt sich nicht einfach als „Stadtplanung von unten“ beschreiben, denn wie ein Masterplan durchzieht die offizielle Vision einer „Sozialistischen Stadt des 21. Jahrhunderts“ die Projekte und Debatten an der sozialen Basis.

Die Transformationsprozesse in Caracas verweisen auf weit über Südamerika hinausgehende soziale und politische Fragen zukünftiger Stadtentwicklung und verhandeln einige davon bereits heute. Sie bilden unseren Ausgangspunkt, um aus der Perspektive der kritischen Stadtforschung einen aufmerksamen Blick auf die Dynamiken, Räume und Akteure der südamerikanischen Metropole Caracas zu werfen.