gemeine stadt

Veranstaltungsreihe der Berliner Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit metroZones.

„Ist mit dem realen Kommunismus alles, was gemein ist, verlorengegangen? Auf dieses ‚gemein‘ muss man zurückkommen: ‚gemein‘ in dem Sinne, was uns allen gleich ist, was wir alle teilen, was banal ist. Aber auch, was uns gemeinsam ist, was wir zusammen haben. Und was heißt eigentlich heute gemeinsam sein?“ (Jean-Luc Nancy in einem Interview 2007).

Angesichts von zunehmenden Verteilungskämpfen und der Notwendigkeit einer klimagerechten Transformation der Gesellschaft stellt sich immer dringlicher die Frage, wie die Stadt und ihre öffentlichen Güter gemeinsam gestaltet werden können. Wie lassen sich existenzielle Bedürfnisse wie Wohnen, Mobilität oder eine intakte Umwelt gerecht befriedigen? Wie können für alle Bewohner*innen gleiche Rechte auf urbane Bürgerschaft hergestellt werden? Wie lässt sich Stadt in ihrer Pluralität, Diversität und Dynamik als gemeinsamer Raum verstehen und organisieren?

Diesen Fragen geht „die gemeine Stadt“ als eine Reihe von vier Veranstaltungen  unter den Schlagworten Straße, Versammlung, Eigentum und Umwelt am Beispiel von Berlin nach.

Erstes Kapitel :  Straße 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ob öffentlich gestaltbarer Raum, Asphaltwüste oder allgemeine Verkehrsfläche, eine zurzeit besonders heiß umkämpfte gesellschaftliche Ressource ist die Straße. Was also ist die Straße und wer darf sie wofür nutzen? Historisch ist die städtische Straße viel mehr als eine Fläche für Verkehr. Sie war immer auch Ort der sozialen und politischen Versammlung und ein möglicher Freiraum. Sie ist einerseits hoch reglementiert, andererseits ein Raum der permanenten Aushandlungen und Aneignungen, geprägt von Nähe und Distanz, Fremdheit und Anonymität, Bewegung und Begegnung, Diversität und Banalität. Die Straße ist so nicht nur ein zentrales öffentliches Gut der Stadt, sondern auch der alltäglichste Raum des stadtgesellschaftlichen Miteinanderseins.

Auf der Veranstaltung fragen und erfahren wir spazierengehend, wie wir die Straße wahrnehmen und gebrauchen, welche Formen der Begegnung und des Miteinanderseins sie uns ermöglicht, aber auch wer dort Barrieren und Ausschlüsse erlebt, wer sich also frei bewegen kann und wer nicht. Was ist das Potenzial der Straße für eine als ‚gemein‘ verstandene Stadt, was könnte sie für die Stadtgesellschaft alles bedeuten? Wie müsste die Straße gestaltet und geregelt werden, damit sie als ein allgemein geteilter Ort der alltäglichen Begegnungen, Aushandlungen und Gebrauchsformen, aber auch als politischer Raum einer demokratischen Öffentlichkeit fungieren kann?

Mit: Nadire Biskin, Agata Lisiak, Gangway e.V. , Felix Weisbrich, Dima AlBitar Kalaji und anderen

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